26., 27., 28., 29. April, FilmPOLSKA Festival im CPV

Eintritt 4 Euro

Do. 26.04.2018 um 20:00 Uhr 

Kurzfilme: „Nikotyna“ und „Fugazi. The Centre of the Universe“

NIKOTYNA OmU
– 1981, Heiliger Abend in Polen, das Kriegsrecht ist verhängt. Wegen eines Stromausfalls muss die 15-jährige Marta Weihnachten mit ihrer Familie bei Kerzenlicht feiern. In der Dunkelheit kommen familiäre Geheimnisse und Konflikte ans Licht. Nach der Eskalation eines Streits mit ihrem Vater verlässt Marta die Wohnung und erlebt die brutale Realität des Kriegsrechts auf den Straßen von Łódź; eine Erfahrung, die ihr Leben für immer verändert.

M: Jan Stark
D: Paulina Walendziak, Andrzej Mastalerz, Katarzyna Tarkowska-Żogała u.a.
zusammen mit „Fugazi. Centrum Wszechświata / Fugazi. The Centre of the Universe”

zu Gast Ewa Wikieł

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FUGAZI OmeU
– für viele war das nur ein kurzlebiger Musikklub irgendwo in Warschau, für andere aber fast ein Jahr lang das Zentrum des Universums. In den Wirren der Nachwendezeit Anfang der 90er war vieles möglich. Zum Beispiel, dass ein kleiner Jugendklub, in dem Tischtennis gespielt und auf Pfannkuchen herum gekaut wird, im Expresstempo zum angesagtesten Club des ganzen Landes avanciert.

Die Größen der Rock-Szene gaben sich die Klinke in die Hand, die Musik spielte 24 Stunden lang, man konnte im Sarg übernachten, ein Bus ragte aus der Wand, eine Kuh tauchte im Publikum auf, das „Sex Forum“ wurde von Priestern verdammt und auch die erste polnische Techno-Veranstaltung fand hier statt.

Marcin Podolec setzte dem Club 2013 in einem Comic ein Denkmal. Von ihm stammen die animierten Sequenzen in dieser unterhaltsamen Geschichtsstunde, in der Organisatoren, Musiker und Gäste an eine kurze Episode erinnern, die sie für das ganze Leben prägte.

K: Piotr Pawluk, Łukasz Piotrowski
S: Marek Klimaszewski
M: Robert Brylewski, Dezerter, Dżem, Armia, Vader, Kult, Maanam, TSA, Acid Drinkers, Hey u.a.
OmeU

Dokument / A Documentary Film
PL 2015
R: Marcin Podolec
7 min

Olbrzym/ The Gentle Giant
PL 2016
R: Marcin Podolec
11 min
OmeU

Podolec ist als Filmemacher genauso originell wie als Comicautor. Von ihm stammen die animierten Sequenzen im Dokumentarfilm “Fugazi. The Centre of the Universe”.


Fr. 27.04.2018 um 20:00 Uhr 

Kurzfilme: Film Podlasie greift an!

OmeU

Mit Kurzfilmen aus Podlasie laden die Kuratoren der Reihe, Maciej Rant und Krzysztof Sienkiewicz, in den Nordosten Polens ein – in das Land der Wisente und des Films.

Do 26.04 21:00 Uhr K18 Gäste: Maciej Rant, Krzysztof Sienkiewicz
Fr 27.04. 20:00 Uhr Club der Polnischen Versager Gäste: Maciej Rant, Krzysztof Sienkiewicz

Na Ambonie / On the Pulpit
R: Tomasz Wiśniewski, 26 min, OmeU
Herr Kazimierz sitzt seit über zehn Jahren im Rollstuhl. Durch einen Unfall hat er beide Beine verloren. Seinen Mut hat er hingegen behalten und ist gelassener und fröhlicher als die meisten von uns…

Śledziowo, czyli fenomen podlaskiej egzystencji / The Herringness or the Phenomenon Podlasian existence
R: Agnieszka Waszczeniuk, PL 2016, 8 min, OmeU
Der Zeichentrickfilm setzt sich mit dem Dialekt der Region Podlasie auseinander. Es ist eine der markantesten und bekanntesten Mundarten Polens, ein Schatz und Alleinstellungsmerkmal der Region. Der Film zeigt deren Atmosphäre auf eine unkonventionelle Art. Er erinnert daran, dass lokale Werte und Traditionen zu verschwinden drohen, wenn sie nicht gepflegt werden. Der Film entstand mit einem Stipendium des Bürgermeisters der Stadt Białystok.

The Skeleton Band
R: Sylwia Szkiłądź / Jessica Poon, PL 2017, 5 min, OmeU
In der Nacht, wenn alle schlafen, besuchen leuchtende Musiknoten einen kleinen Jungen. Sie weisen ihm im Dunklen den Weg zu Freude, Tanz und Musik. Das Video wurde auf Wunsch von Sara Lovell produziert. Die Sängerin macht Musik speziell für Kinder.

Obława / Hunt
R: Krzysztof Raczkowski, 4 min, OmeU
Der Autorenfilm von Krzysztof Raczkowski wurde unter Verwendung der Stop-Motion-Technik produziert und erzählt die ergreifende Geschichte einer Wölfin, die sich und ihre Jungen vor Leid zu schützen versucht. Die ständige Flucht der Tiere führt zu einem Verlust des Bewusstseins darüber, was real und was Imagination ist.

Pussy Chronicles
R: Justyna Grzybowska, PL 2015, 5 min, OmeU
Jenny trifft ihre Freundin Miri in einem Café. Als sie sitzen, bekommt Jenny vollkommen unerwartet ein Penisfoto auf ihr Smartphone geschickt. Die beiden Mädchen unterhalten sich darüber, wie es wäre einen Penis zu haben. Denn Fotos wie dieses und das Verhalten des Kellners, der sich schamlos in den Schritt fasst, machen sie neugierig: was hat es mit diesen Penissen auf sich? Und was wäre, wenn sie sich gleichermaßen verhalten würden?

Wolka
R: Radek Dąbrowski, 19 min, OmeU
Ein Junge geht nach einer mehrjährigen Haftstrafe auf eine Zugreise. Die Reise wird zu einer Gelegenheit, mit Fremden Gespräche zu führen, die die Form von Beichten und Abrechnungen mit der Vergangenheit annehmen. Der Film ist auch ein Versuch, dem Stereotyp des Gefangenen zu de­kon­s­t­ru­ie­ren – eines Entarteten, eines Mannes, der scheinbar keine Sensibilität besitzt.

Neandertalczyk / Neanderthal
R: Mateusz Gudel, 4 min, OmeU
Ein Musikvideo, das die Solo-EP des Produzenten Mateusz (alias Jordah) promotet und im September dieses Jahres veröffentlicht wurde. Darin zu Gast ist Gast Mateusz‘ Bruder – der König der Welt, also eine Kombination von Suff und Kippen. Das Video wurde in Suchowola gedreht.

Czułość / Tenderness
R: Emilia Zielonka, 25 min, OmeU
Die Teenager Irka und Miłosz sind ein Paar. Sie schließen sich für eine Nacht in einem Hotelzimmer ein, um ihren fehlerfreien Plan umzusetzen. Beide haben nur eines im Sinn – ihre einzigartige und unzerstörbare Liebe. Doch die Nacht im Hotel wird das alles in Frage stellen.

Za Darmo (Up To Date 2017) / For free
R: Krzysztof Kiziewicz / Cezary Chwicewski, 6 min, OmeU
Eine humorvolle Geschichte voller Wärme und Emotionen, jene, die aus der Leidenschaft für Musik, aber auch aus familiären Bindungen und einfachen, alltäglichen Dingen heraus entstehen.


Sa. 28.04.2018 um 20:00 Uhr 

Film: Turysci / Tourist

OmeU

Was? Sie sollen sich 72 Minuten zusammengeschnittener Amateur-Urlaubsvideos anschauen? Denken Sie jetzt auch an die endlosen Familienabende mit den verwackelten Aufnahmen ihres Onkels? Vergessen Sie das ganz schnell, denn „Turyści“ ist ein wahre Entdeckung, entfaltet einen enormen Sog und ist niemals langweilig!

Im Sucher der Touristen-Kameras mutiert alles zum Objekt millionenfacher Reproduktion: sich im Staub um Bonbons Prügelnde, geschlachtete Hunde, Paläste. Die schönsten Sehenswürdigkeiten, selbst diese „gutaussehenden Typen“, die sich partout nicht filmen lassen wollen – verwandelt in Terabytes! Wer angesichts des Leids Emphase zeigt, gerät bei seinen Mitreisenden schon mal unter Kommunismus-Verdacht.

„Travel broadens your mind.“, heißt es. Aber der tiefe Graben zwischen den reichen Urlaubern und den Gefilmten, die das Touristen-Geld so dringend brauchen, bleibt. „Pass auf die Kamera auf!“ – Selbst der Abstieg in den Hades zur Bezahl-Schau des Todes, die das Wesen unserer Existenz auf den Punkt bringt, vertieft diese Kluft nur.

Dieser meisterhaft und mit lakonischem Humor montierte Film ist ein Spiegel unserer Gier nach dem Event, nach längst verloren gegangener Exotik. Originale Dialog- und Monolog-Fetzen verraten viel über Vorurteile und geheime Sehnsüchte. Die immer wieder wie aus dem Nichts auftauchende Musik von ZAMILSKA macht den Film zu einem rauschhaften Erlebnis.

S: Mateusz Romaszkan
M: Zamilska


S0. 29.04.2018 um 18:00 Uhr 

Film: The Beksińskis. A Sound And Picture Album

OmeU

Als Jan P. Matuszyńskis Biopic „The Last Family” in die Kinos kam, waren viele überrascht, dass er keine Biografie über den Maler Zdzisław Beksiński gedreht hatte. Stattdessen zeichnete er anhand Beksińskis ganzer Familie mehrere Jahrzehnte polnische Geschichte nach. Marcin Borchardts Videomontage offenbart nun, welchem Material Matuszyński Arbeit zugrunde liegt: ein von Beksiński 1957 angelegtes „Audio-Album“ mit Gesprächsmitschnitten. Hinzu kommen große Menge an Fotos und Amateurvideos. Mit diesem Material erzählt der Dokumentarfilmer Borchardt die Familiengeschichte noch einmal – nur diesmal mit authentischen Aufnahmen und noch einmal um einige Jahrzehnte ausführlicher. Sein Drehbuch stützt sich dabei auf die Bestseller-Biografie „Die Beksińskis. Ein Doppelporträt“ von Magdalena Grzebałkowska, das auch Beksińskis Sohn Tomek – ein genialer DJ, Radiomoderator und Übersetzer – in den Fokus nimmt.

Es entsteht ein kunstvoll erzähltes Drama mit Elementen, die eine Geschichte zur Story machen: ein Vater-Sohn-Konflikt, ein erfolgreicher, aber zurückgezogen lebender Künstler, eingepfercht in einer Plattenbauwohnung, ein Flugzeugabsturz, starke Frauen, die den ganzen Laden am Laufen halten, tiefe Einfühlsamkeit für die dunklen Seiten des Pop der Achtzigerjahre, finstere Phantasmagorien auf Leinwand, psychische Labilität am Rande des Selbstmordes… Borchardt gelingt ein außergewöhnlich intimer Einblick in das Leben einer ganz besonderen, ganz gewöhnlichen Familie.

M: Marcin Dymiter
D: Zdzisław Beksiński, Zofia Beksińska, Tomasz Beksiński

präsentiert in Kooperation mit dem FilmFestival Cottbus

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